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Ministranten Hl. Dreifaltigkeit Offenburg




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Osterprobe

Den Minis geht über Ostern die Arbeit nicht aus - Jungen und Mädchen als überzeugte Ministranten

Offenburg. Sie leisten unauffällige Dienste in den Pfarreien, sind mehr als nur Handlanger der Priester und sind vor allem über die Ostertage mächtig gefordert: allein im Ortenaukreis gibt's rund 3000 Ministranten.

Eine Gruppe haben wir unter die Lupe genommen: die Minis der Offenburger Pfarrei Dreifaltigkeit.

Wenn über die Kartage und Ostern Gottesdienste gefeiert werden, dann haben die Ministranten im Dekanat Offenburg alle Hände voll zu tun. Mehrmals die Woche proben sie für ihre Einsätze.

Nicht, dass sie jeden Schritt und Handbewegung einstudieren. "Aber ein bisschen koordiniert sollte das Ganze schon sein": Peter Adelmann, Oberministrant der Pfarrei Dreifaltigkeit weiß, was von ihm und seinen Mitstreitern verlangt wird.

Der 24jährige organisiert in seiner Gemeinde die Proben und ist zuständig für den Einsatzplan der Ministranten. Keine leichte Aufgabe. Schließlich gilt es, die Wünsche von 55 Minis, wie sie liebevoll genannt werden, unter einen Hut zu bringen. Doch nicht genug. Ist der Plan für die Karwoche erstellt, geht's an die Proben. Eine Stunde lang wird dann die Messfeier zusammen mit Diakon Ralf Dickerhof einstudiert. Vor allem die gestrige Karfreitagsliturgie hatte es in sich. Denn dort stand die Kreuzverehrung im Mittelpunkt. Und das will gelernt sein. An die 40 Ministranten haben sich für den Dienst bereit erklärt. An drei Stationen wurde die Kreuzverehrung paarweise durchgeführt. An der Empore, in der Mitte der Kirche und am Kreuz vor dem Altar wurden die Knie gebeugt. Das Schwierige dabei: "Das miteinander schreiten", erklärt Adelmann. Kein Eilen, sondern ruhige Bewegung, kein Schleichen, sondern sicheres Vorangehen. Nicht unsicher, sondern in festem Gleichmaß. Ideale für das Leben, könnte man meinen.

Am Karfreitag ist es Brauch, keine Eucharistiefeier zu halten, sondern die in der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags konsekrierten Hostien auszuteilen. Der Altar ist leer, ohne Kreuz, Leuchter und Tücher. Orgel und Glocken schweigen. Warum das so ist? Peter Adelmann liefert in den Proben auch die Erklärung: "Es ist das Zeichen der Trauer."

Wenn heute Abend die Osternacht gefeiert wird, treffen sich die Ministranten bereits um 21 Uhr am Osterfeuer und singen Taizé-Lieder. Der Gottesdienst in der Osternacht gilt für die Minis als das bedeutendste des ganzen Jahres. Der Einzug mit der Osterkerze in die dunkle Kirche hat, so Adelmann, etwas Feierliches an sich.

Denn die Ministranten bringen das Licht in die Kirche und reichen es den Kirchenbesuchern weiter. Wer an welchem Ort sein Licht weitergibt, wird bereits in der Probe ausgemacht: "Schließlich soll in der dunklen Kirche kein Chaos herrschen." Nach der Osternacht bleiben die Minis zusammen und feiern im kleinen Kreis ihr eigenes Osterfest. Dann wir in der alten Bücherei neben dem Pfarrbüro zusammengesessen und gevespert. »Nach zwei Stunden Liturgie hat man das auch verdient«, so Adelmann. Denn verdienen tun die zwischen 9 und 33 Jahre alten Ministranten nichts. Ihr Dienst ist zu Ehren Gottes. »Und manch einer macht's auch, weil wir so 'ne tolle Gemeinschaft haben« lacht Adelmann.

Die Minis sind auch außerhalb der Gottesdienste aktiv. Ob Sommerlager auf Ameland, Wochenende im pfarreigenen Haus St. Lioba in Nordrach, Grillfeste, Italien-Wallfahrten, Kinotage oder gemeinsame Geburtstagsfeiern. Die Ministranten der Dreifaltigkeitspfarrei machen mächtig was los. Auch das zweimal aufgeführte Mysterienspiel war ein voller Erfolg. Nicht zu vergessen die MiniBand, die in Jugendgottesdiensten oder am Weißen Sonntag ihren Auftritt hat.

Wöchentlich trifft man sich zu Gruppenstunden. Zwölf ausgebildete Gruppenleiter hat die Pfarrei eigens für die Ministrantenarbeit in ihren Reihen. Von Nachwuchsproblemen keine Spur.

Warum ein 24jähriger Student der Sozialarbeit wie Peter Adelmann oder ein 33jähriger Bahnbeamter wie Markus Kiefer noch bei den Minis sind? "Diese Frage wird uns oft gestellt", so Adelmann promt und fügt hinzu: "Es ist die Gemeinschaft, die uns zusammenhält." Seit dem 11. Lebensjahr ist Adelmann bei den Minis. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Solange es Spaß macht, wollen sie weitermachen. Sie sind sozusagen Ministranten aus Passion.

Offenburger Tageblatt (OT) Ostern 1999

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