In Ulm, um Ulm und um Ulm herum. (war ein beliebtes Zitat auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen)
"Leben Aus Gottes Kraft"
(Motto des Katholikentages)
95. Deutscher Katholikentag in Ulm 2004: etwa 25 000 Dauerkarten im Vorverkauf, dazu etwa 10 000 Tagesgäste bei über 800 Veranstaltungen. Das ist enorm, obwohl es eher ein kleiner Katholikentag war. Nun kann man sich vorstellen, dass bei so viel Angebot der Terminkalender ziemlich voll wird. Man wird gequält, weil man aus mehreren guten Alternativen wählen muss, viele Veranstaltungen waren parallel. Hätten wir alles besucht, was uns interessant schien, so hätten wir mindestens 48 Stunden am Tag gebraucht. Allein um sich klar zu werden, was es überhaupt alles gibt, benötigte ich (Winfried) einen ganzen Abend. Um dies dann Marius noch zu erklären (dieser konnte die kleine Schrift nicht lesen), waren weitere fünf Stunden Zeit aufzubringen. Und dann das daraus folgende Programm: spätestens um 10 Uhr erste Veranstaltung (an zwei Tagen auch schon um 9 Uhr), d.h. spätestens um 7 Uhr (bzw. um 6 Uhr) aufstehen, damit wir bis 9 Uhr gefrühstückt hatten und unser Quartier verlassen konnten. Das hört sich nach viel Zeit an, für einen Rollstuhlfahrer wie Marius ist das aber das Minimum, wenn es nicht in krankmachende Hetzerei ausarten soll. Rückkehr dann frühestens gegen 23 Uhr.
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| 95. Deutscher Katholikentag in Ulm 2004 |
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Hat es sich also gelohnt? So viel Anstrengung, nur um klugen Leuten zuzuhören und ein bisschen neues geistliches Liedgut zu konsumieren?
Ich habe viel "mitgenommen". Ich habe meinen theologischen Horizont erweitert, ich durfte erfahren, wie weltnah und weltoffen unsere Religion wirklich ist. Das Bild, das die Medien oft vermitteln und das Bild derer, die auf die Kirche immer nur schimpfen, entspricht meist nicht dem, was auf dem Katholikentag erfahrbar war. Es wurden Missstände nicht ausgeklammert! Vielmehr wurden diese offen genannt und diskutiert, aber auf partnerschaftlicher, freundlicher Ebene.
Nur ein kurzer Einblick auf die gebotenen Themen, die wir auch teilweise besucht haben: "Fundamentale Glaubwürdigkeitskrise - Glaube und Naturwissenschaft", "Minis wohin? Die Zukunft der Ministranten in einer Kirche des Priestermangels" (zu beachten: nach der letzten Zählung sind bundesweit weit mehr als 300.000 Ministranten/innen aktiv!), "Wie feiern Christen anderer Konfessionen das Abendmahl, die Eucharistie", “Bioethik" (zwei Vorträge: 1. die wissenschaftlichen Grundlagen und 2. die daraus folgenden moralischen Probleme, sowie der Standpunkt der Kirche), "Wenn Jesus nicht auferstanden wäre", "www.ohne-gott.de" (eine Initiative im Internet, um Kontakt mit sog. Gottlosen aufzubauen), sowie zum Entspannen des Gehirns: viele Konzerte, Kabarett, Theater (z.B. "Adam und die Suche nach dem Mensch", "Liquido", "Wise Gys", Taizé-Gesänge, besinnliche Orgelmusik mit Werken von Bach und Mozart usw., uvm.).
Und wer es besinnlich haben wollte, der konnte praktisch den ganzen Tag (unterbrochen nur durch Ortswechsel) meditieren, beten und Gottesdienste feiern.
Teilnehmer der Dreifaltigkeits-Ministranten:
Marius Buchert (Rollstuhlfahrender Ministrant), Markus Kiefer und Winfried Adelmann.
Danke an den Stiftungsrat, der durch einen finanziellen Zuschuss im wesentlichen diesen Besuch des Katholikentages erleichterte.
Danke auch an die, die den Katholikentag vorbereitet und durchgeführt haben. Besonders erwähnenswert sind hierbei die Schüler und die Leitung der Bodelschwingschen Schule (Schule für Körperbehinderte), die durch Bereitstellung von Räumen zumÜbernachten und behindertengerechten sanitären Anlagen die technische Dimension unserer "Reise" wesentlich vereinfachten, sowie allen, die Hilfestellungen und Hilfsmittel zur Verfügung stellten.
Winfried Adelmann
Marius Buchert
Markus Kiefer
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