Das Rauchfaß & Schiffchen im Gottesdienst
Das Weihrauchfass wird von den Ministranten getragen zum Gebrauch durch den Priester. Zum Weihrauchfass gehört das Schiffchen, aus dem die Körner des Weihrauchs auf die glühenden Kohlen im Rauchfass gehäuft werden.
Schon in den Psalmen ist die Rede davon: "Wie Weihrauch steige mein Gebet zu dir empor" (Psalm 141,2). Und in der Offenbarung des Johannes wird von den Schalen voll Weihrauch gesagt: "Das sind Gebete der Heiligen" (5,8). Eine weitere Bedeutung ergibt sich aus der Stelle bei Matthäus 2,11: Die Drei Könige brachten Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe dar, um ihn damit als König, Gott und Hohepriester zu verehren. Der Weihrauch ist als Zeichen der Huldigung zu deuten.
Wenn in der Liturgie Weihrauch verwendet wird, hat es seinen Sinn
Bei einem feierlichen Einzug (z.B. Hochamt) besagt die Verwendung des Weihrauchs: Wir ziehen ein zum Haus des Herrn, das ein Haus des Gebets ist. Unser Gebet steige zu Gott empor wie Weihrauch und sei ihm wohlgefällig. Wenn der Altar beräuchernd umschritten wird heißt das: Dieser Altar ist in den Dienst des Hohenpriesters gestellt. Was hier dargebracht wird, sei Gott wohlgefällig.
Die Beräucherung des Evangelienbuchs macht deutlich, dass es Gottes Wort enthält, in dem wir die Gegenwart Jesu gläubig erkennen. Und das Symbol des Weihrauchs deutet an, dass das Wort Gottes für uns wie "Wohlgeruch" ist, was soviel wie Segen bedeutet.
Der Priester wird beräuchert zum Zeichen dafür, dass er als Stellvertreter des Hohenpriesters Christus handelt. Die versammelte Gemeinde wird beräuchert als Ausdruck dafür, dass alle Getauften das "priesterliche Volk Gottes", Brüder Christi sind. Sie sind berechtigt und befähigt, auf eine Gott wohlgefällige Weise am Opfer Christi mitzuwirken - so wie der Weihrauch Gott zu Wohlgefallen aufsteigen soll.
Ablauf für Rauchfass und Schiffchen
An dieser Stelle gebe ich Hinweise speziell für das Rauchfass und Schiffchen. Ich stelle nicht nur den Dienst am Altar dar, sondern auch die kleinen Handgriffe im Hintergrund. Auch diese kleinen Handgriffe vor und nach der Messe sind sehr wichtig.
Vorbereitungen
Der Rauchfassträger und der Schiffchenträger ziehen Dalmatiche an. Das Zubehör zum Rauchfass und Schiffchen steht oder hängt in den Schränken an der Eingangstür. Beim Anzünden der Kohlen muss unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Wachs an die Kohlen kommt. Ansonsten stinken diese die ganze Zeit und nicht einmal der Duft des Weihrauches kann diesen Gestank überdecken. Das Töpfchen, in das die Kohlen kommen, bitte nicht direkt auf die Ablage stellen, da der Boden sehr heiß werden kann. Bei der heiligen Messe wird das Rauchfass nur geschwenkt, wenn gesungen wird. Setzen sich die beiden Rauchministranten z.B. bei der Predigt oder nach der Kommunion, sollten sie darauf achten, dass sie nicht auf den Überhang sitzen sondern, dass dieser hinter dem Stuhl herunterhängen kann. Sonst läuft man mit "hässlichen Bügelfalten" durch die Messe.
Einzug
Das Schiffchen läuft links vom Rauchfass. Rauchfass und Schiffchen verneigen sich vor dem Altar (1) und gehen hoch in den Altarraum (2). Dort warten sie, bis der
Pfarrer kommt. Nach dem Altarkuss dreht sich der Pfarrer um und es wird "eingelegt". Nach dem Schließen des Rauchfasses wird der Ring an den Ketten ganz nach unten geschoben. Damit wird verhindert, dass das Rauchfass beim Schwenken und
Inzensieren aufgeht und die Kohlen herausfallen. Der Pfarrer nimmt das Rauchfass und inzensiert Altar und Kreuz. Der Ministrant mit dem Schiffchen und der mit dem Rauchfass gehen mit um den Altar und zum Kreuz. Sie richten sich dabei spontan und flexibel
nach dem Pfarrer. Danach stellen sich die beiden Ministranten auf die Seite (3).
Halleluja
Die Ministranten gehen zum Pfarrer an den Platz. Dieser legt ein. Danach wird am Seitenaltar das
Evangeliar geholt (4). Die Prozession geht
jetzt direkt zum Ambo. Dort inzensiert der Pfarrer das Evangeliar. Nach der Verkündigung des Evangeliums wird das Buch zurückgebracht. Rauchfass und Schiffchen gehen auf direktem Weg in die Sakristei. Der Pfarrer wird nur noch von den Leuchtern begleitet.
Die Rauchfass und Schiffchenministranten bleibt bis nach den Fürbitten in der Sakristei, können sich aber auch zu den anderen Minis setzen.
Gabenbereitung
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| Gabenbereitung und Wandlung |
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Vor den Fürbitten muss in das Rauchfass eine neuen Kohle eingelegt werden. Nach den F rbitten
kommen die beiden Rauchministranten kommen
Gabenbereitung aus der Sakristei. Sie gehen in die Mitte des Altarraums und warten, bis die Gabenbereitung beendet ist (5). Danach dreht sich der Pfarrer zu ihnen um und legt Weihrauch auf. Der Altar wird wie zu Beginn des Gottesdienstes inzensiert. Nach
dieser Inzensation bekommt der Ministrant das Rauchfass zurück. Jetzt müssen sich beide vor den Pfarrer stellen und diesen inzensieren (3x3, spontan schauen, ob oder ob nicht!). Danach gehen sie vor den Altar (6), um das Volk zu inzensieren
(Rechts-Mitte-Links, 3x3). Anschließend stehen sie auf der ersten Stufe (7) zur Wandlung. Bei der Wandlung wird wieder inzensiert beim zeigen von Brot und Wein (2x3, 2x3). Nach dem Vater unser bringen sie ihr Gerät in die Sakristei und kommen zum
Friedensgruß zurück. Sie ministrieren jetzt ganz normal wie die anderen Ministranten zu Ende.
Abschluss
Nach dem Auszug müssen die Rauchfass und Schiffchenministranten noch zwei Minuten "Arbeit" investieren, um ihr Arbeitsgerät zu säubern und zu versorgen. Die Kohlen im Rauchfass werden draußen in das Gebüsch geleert und das Töpfchen, wo die Kohle drin war wird kurz ausgekratzt. Kohlen austreten nicht vergessen. Kerze, Zange, Teller, Rauchfass und Schiffchen, Kohle- und Weihrauchdose und anderes Zubehör an seinen Platz räumen. Das wars dann.
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